Dortmunder Feuerwehr ohne gesetzliche Grundlage

Bereits seit dem Jahr 2010 erforscht die Dortmunder Feuerwehr den Einsatz von Drohnen. Das Projekt nennt sich AirShield. Die zur Unterstützung eingesetzten Multicopter sollen bei gefährlichen Einsätzen wichtige Daten aufzeichnen, die am Einsatzort ausgewertet werden können. Am Boden werden die Drohnen von speziell ausgebildeten Piloten der Feuerwehr mittels Steuereinheit ferngesteuert.

Im Jahr 2012 schaffte die Feuerwehr Dortmund eine eigene Drohne an und verwendete diese auch im Einsatz. Aus der Luft kann der Multicopter nicht sichtbare Glutnester mittels einer Wärmebildkamera aufspüren. Zudem können angebrachte Sensoren Schadstoffe in der Luft erkennen. Die gewonnenen Daten werden per Funk an die Einsatzleitung übertragen, worauf reagiert werden kann.

Dortmunder Feuerwehr steht ohne gesetzliche Grundlage da

Doch die Dortmunder Feuerwehr steht ohne gesetzliche Grundlage da. Denn die Feuerwehr ist nicht, wie die Polizei oder die Bundeswehr, mit entsprechenden Privilegien ausgestattet und muss sich an die gesetzlichen Richtlinien halten. Sie kann sich nicht über das Gesetz stellen, auch nicht bei Gefahr im Verzug. Für die Feuerwehr gilt daher dasselbe, wie auch für gewerbliche Drohnenpiloten. Auch die Feuerwehr muss sich z.B. eine Aufstiegsgenehmigung besorgen, darf nicht über Menschenansammlungen fliegen, muss auf Sichtweite fliegen und muss sich vorher die Genehmigung vom Grundstückseigentümer einholen. Das alles ist aber bei einem Einsatz nicht möglich. Deshalb entscheidet der Einsatzleiter bei jedem Einsatz individuell, ob die Drohne eingesetzt wird. Folgende Abwägung muss der Einsatzleiter treffen: Können Menschenleben gerettet werden oder können potentielle Gefahren abgewehrt werden? Trifft dies zu, kommt die Drohne zum Einsatz. Ansonsten fristet sie ein Dasein am Boden.

Bereits im Gespräch

Die Feuerwehr Dortmund ist daher mit anderen Berufswehren, Bezirksregierungen, Berufsverbände und dem Innenministerium (NRW) im Gespräch. In einigen Gesetzen müssten Änderungen wie beispielsweise dem Luftverkehrsgesetz (LuftVG) durchgeführt werden, so das ein rechtlich einwandfreier Einsatz der Drohne über dem Einsatzgebiet möglich wäre.

Das Projekt AirShield

Im Projekt soll bei athmosphärischen Schadstoffausbreitungen im Zuge von Unfällen, Bränden oder auch terroristischen Anschlägen (Freisetzung von atomaren, biologischen- und chemischen Schadstoffen) eine schnelle Erfassung und Messung der Schadstoffkonzentrationen und de Ausbreitungstendenz der Schadstoffwolke dreidimensional durch Einsatz von unbemannten aeronautischen Vehikeln (UAV), nachfolgend auch Drohnen genannt, erfolgen. Dabei kann durch die Drohnen flexibel dem Luftpfad der Schadstoffe nachgefolgt werden und die Konzentration der Schadstoffe als Funktion der Höhe und Entfernung zum Quellort gemessen werden. Bisher erfolgen Messungen nur zweidimensional am Boden durch mobile Messtrupps und ABC-Erkundungsfahrzeuge. Durch die Anwendung von Systemen wie Airshield soll die Effektivität der Gefahrenabwehr deutlich gesteigert werden und der Schutz der Bevölkerung durch schnelle und auf präziser als heute darstellbaren Daten gestützte Informations- und Warnstrategien verbessert werden.

In AirShield liegt der Fokus auf den folgenden Themen:

  • Weiterentwicklung eines leichtgewichten Flugroboters mit Onboard-Sensorik
  • Intelligente und autonome Schwarmbewegung in Abhängigkeit von Konzentrationsgradienten und Simulationsprognosen
  • Mobile ad-hoc Vernetzung der Flugroboter sowie mit Bodeninstanzen
  • Vernetzung mit Geoinformations- und Entscheidungsunterstützungssystemen
  • Risikoanalyse, Technologieakzeptanz sowie volkswirtschaftlicher Nutzen

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