Drohne sucht perfekten Landeplatz für Hubschrauber

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Hubschrauber können von nahezu überall starten und landen. Jedoch muss der Landeplatz dem Hubschrauberpiloten vorher bekannt sein. Doch gewisse Situationen, wie beispielsweise bei Such-, Rettungs- und Evakuierungsaufgaben, führen die Piloten in unbekanntes Terrain. Der Pilot muss in einem solchen Fall erst einen möglichen Landeplatz suchen und von der Luft aus bewerten. Erst dann kann er sicher landen. Das kostet aber Zeit, welche dringend für den Einsatz benötigt wird.

Unbemannter Missionsausrüstungsträger UMAT der ESG (FOTO: ESG)
Unbemannter Missionsausrüstungsträger UMAT der ESG (FOTO: ESG)

Drohnen sollen Abhilfe schaffen

Entscheidende Zeitvorteile könnten Drohnen bringen, welche im Voraus die Identifikation geeigneter Landeplätze schneller und großflächiger übernehmen. Zudem bleibt die Flächenbewertung durch die Drohne auf Grund der geringeren Geräuschemission länger unbemerkt. Dies ist bei sicherheitskritischen Einsatzszenarien von großer Bedeutung. Das setzt voraus, dass die Drohne mögliche Landeplätze überhaupt erkennen und bewerten kann.

Behördlicher Machbarkeitsauftrag

Die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH erhielt nun vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) den Auftrag, die Machbarkeit einer automatischen Erkundung von Landeplätzen mittels Drohnen zu untersuchen. Hierzu wurden von der ESG die Anforderungen an Landeplätze erfasst, geeignete Sensorik ausgewählt und die notwendigen Algorithmen zur automatischen Erkundung prototypisch entwickelt.

Erste Probeversuche mit UMAT

UMAT nennt sich der unbemannten Missionsausrüstungsträger, der Anfang Oktober einen Flugversuch unter realen Einsatzbedingungen erprobte. Mit Sensoren und Algorithmen im Gepäck konnten wichtige Erkenntnisse gewonnenen werden. Die aufgezeichneten Daten lieferten wichtige Grundlagen für die Bewertung der Machbarkeit einer automatischen Landeplatzerkundung.

Der UMAT ist der unbemannte fliegende Experimentalträger der ESG. Mit ihm lassen sich auch luftfahrtechnisch noch nicht-zugelassenes Equipment, Algorithmen und Verfahren nach kurzen Integrationszeiten im Flug sicher erproben. Der UMAT basiert auf dem Muster der bis zu 150 kg schweren Hubschrauberdrohne R-350 der Firma UMS Skeldar.

Die Flugversuche fanden mit der Unterstützung der Wehrtechnischen Dienststelle 61 innerhalb der Kontrollzone Ingolstadt/Manching statt. Die Flüge konnten größtenteils auch außerhalb der Sichtweite der Steuerer durchgeführt werden (beyond visual line of sight, BVLOS), was deshalb bemerkenswert ist, da unmittelbar vor Beginn der Flugversuche, die neue Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) mit ihren umfassenden Regularien zum Drohnenbetrieb vollständig in Kraft getreten ist und entsprechend einzuhalten war. Es dürfte sich damit um einen der ersten BVLOS-Flüge mit diesem Gewicht unter der neuen LuftVO und innerhalb einer Kontrollzone in Deutschland gehandelt haben.

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