Schadenersatzklage: Keine Chance für Drohne LILY

Das haben sich die beiden Gründer des 2015 gegründeten Unternehmens Lily Robotics Inc., Antoine Balaresque (CEO) und Henry Bradlow (CTO), aus San Francisco unter der kalifornischen Sonne etwas anders vorgestellt. Die autonome Drohne LILY wurde 2015 über eine Crowdfunding-Kampagne der Plattform INDIEGOGO mit über 34 Millionen US-Dollar finanziert. Das Versprechen an die Unterstützer: Eine autonome Drohne für aktionbegeisterte Enthusiasten zu einem Preis für die Vorbesteller von 500 US-Dollar. Jetzt geben Balaresque und Bradlow bekannt, dass die Entwicklung von LILY zwar abgeschlossen sei, doch für die Produktion stünde kein Kapital mehr zur Verfügung. Alle Mühen, das benötigte Geld für die Produktion über andere Crowdfunding-Plattform, nämlich Kickstarter, wieder reinzuholen, scheiterten. In einem Schreiben geben die Gründer nun bekannt, dass das Abenteuer LILY beendet wird.

Drohne sollte regulär 1.000 US-Dollar kosten

Für die Vorbesteller und Unterstützer sollte der autonome Multicopter mit hochauflösender Kamera ein Schnäppchen sein und lediglich 500 US-Dollar kosten. Für die übrigen Interessenten wäre die Drohne für 1.000 US-Dollar zu haben gewesen, ein ebenfalls günstiger Preis. Schließlich wäre die autonome Drohne wasserdicht und überaus einfach in der Bedienung gewesen. Zudem sollte LILY seinen Besitzer automatisch folgen und Bilder sowie Videos machen.

Unterstützer reichen Forderungen bei Gericht ein

Zwar versprachen die Gründer jetzt, das eingesammelte Kapital über Kickstarter an die Unterstützer wieder auszubezahlen, aber das Geld der INDIEGOGO-Unterstützer ist bereits in die Entwicklung geflossen und unwiederbringlich verloren. Dass jene Unterstützer nun sauer sind, ihr Geld wieder haben möchten und noch schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erheben, das zeigen zwei Forderungen, die nun bei Gericht eingereicht wurden. Die beiden Gründer teilen jedoch mit, dass die vor Gericht eingereichten Forderungen nichts mit dem Entschluss zu tun haben, das Abenteuer LILY zu beenden und rein zufällig zur gleichen Zeit geschah.

Irreführende Produktpräsentation

Die Unterstützer werfen dem Unternehmen vor, eine irreführende Produktpräsentation vorgestellt zu haben. So soll in dem Ankündigungsvideo aus dem Jahr 2015 für die Finanzierung über INDIEGOGO eine ganz andere Drohne geflogen sein. Der Vorwurf lautet deshalb, dass kein LILY-Prototyp geflogen sei, sondern eine INSPIRE des Herstellers DJI mit einer Kamera von GoPRO, welche einige Szenen aus dem Werbevideo gedreht haben soll. Die Unterstützer sehen darin eine irreführende Werbung. Aber gerade die Vorstellung der innovativen Drohne in diesem Ankündigungsvideo sei anstoß und Grund für eine Investition in das Produkt bzw. Unternehmen durch die Unterstützer gewesen. Ein weiterer Vorwurf der Unterstützer, dass das Unternehmen eine Teil des Geldes als Sicherheit für einen weiteren Kredit genutzt haben sollen. Eine Anfrage blieb bislang durch das Unternehmen unbeantwortet.

Sollten eine Klage vor Gericht anerkannt werden und das kalifornische Gericht den Klägern Recht geben, so wird es teuer für LILY Robotics. In der Forderung verlangen die Unterstützer einen Schadenersatz für jeden Kläger in Höhe von 2.500 US-Dollar. Bei nahezu 60.000 Unterstützern kann da eine Hohe Summe zusammen kommen.

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