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Polizei sucht Greifvogel – Wilderer per Drohne

Greifvogel Wilderei

Greifvogel Wilderei

Im Frühjahr letzten Jahres sind überraschend viele Greifvögel wie Rotmilane, Wanderfalken, Habichte und Mäusebussarde tot auf Feldern in Niederbayern aufgefunden worden. Der Grund: Unbekannte Wilderer hatten Greifvogel – Giftköder ausgelegt.

Verteiltes Kontaktgift für Menschen und Tiere tödlich

Jetzt gehen Naturschützer und die Polizei gegen die Täter vor. Dazu hat die Polizei in Niederbayern die „Arbeitsgruppe Greifvögel“ eingerichtet. Mit Polizeispürhunden am Boden und mit Drohnen aus der Luft sollen die Giftköder, die das Nervengift Carbofuran enthalten, gefunden werden. Das Gift gehört zur Gruppe der Carbamat-Insektizide und war früher in Deutschland als Wirkstoff in einigen Pflanzenschutzmitteln enthalten. Die Zulassung wurde im Juni 2007 EU-weit widerrufen. Das hochtoxische Gift ist seitdem in der EU verboten.

Bei Menschen, die mit Carbamaten in Berührung kommen, kann sich der Blutdruck verlangsamen und es können Krämpfe auftreten. Das Atmen kann schwerer fallen. Die Muskeln können schwach werden und zucken. In seltenen Fällen sind Atmennot und Muskelschwäche auch tödlich.

Da die Substanz hochgiftig ist, wurde den Polizei-Spürhunden zur Vorsicht ein Maulkorb angelegt, damit es zu keinerlei direkter Berührung mit den vergifteten Fleischködern kommen konnte.

Mit der groß angelegten Suchaktion sollten die vergifteten Köder rechtzeitig gefunden werden, bevor Vögel und andere Säugetiere wie Hunde und Katzen diese finden, fressen und daran qualvoll verenden.

Artenschutzkriminalität wird streng geahndet

Die mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten Polizei-Drohnen sind die Felder abgeflogen und haben nach Giftködern, verendeten oder bereits vergifteten Tieren gesucht. Es kann bis zu zwei Tage dauern, bis ein Vogel an dem Gift verendet ist. Welche Motive diese Tierhasser dazu veranlasst, Giftköder auszulegen, ist unklar.

Greifvögel sind in Deutschland streng geschützt. Es ist verboten, geschützte Arten zu jagen, zu verletzen oder Ihre Brut zu zerstören. Leider ist die Aufklärungsquote noch gering. Wer aber auf frischer Tat erwischt wird, der kann nach dem Gesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Straftaten werden streng verfolgt, so die Polizei.

Diesmal blieben die Ermittlungen erfolglos

Die Suchaktion mit über einem Dutzend Polizeibeamten verlief in Deggendorf, Straubing-Bogen und Dingolfing am letzten Wochenende erfolglos. Es wurden keine Köderfallen, aber zum Glück auch keine toten Tiere gefunden. Die Polizei wird die Suche nach den Tätern weiter fortsetzen.

Video Kurzbeitrag des Bayrischen Rundfunks

https://www.br.de/nachrichten/bayern/niederbayern-polizei-kaempft-gegen-greifvogel-wilderer,SxKhP7r

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