Drohnen prüfen Photovoltaikanlagen: RWE-Tochter innogy investiert in Startup ucair

Noch vor wenigen Jahren hat der CEO von RWE, Peter Terium, großspurig verkündet, Solarenergie in Deutschland sei so sinnvoll „wie Ananas züchten in Alaska!“ Nun sieht es ganz so aus, als hätte er seine Meinung geändert. Denn jetzt gehört den Erneuerbaren wie Wind- und Sonnenenergie die Zukunft. Allerdings nur, wenn die Anlagen reibungslos funktionieren. Damit das auch so bleibt, stattet die RWE-Tochter innogy das Startup ucair mit einem Startkapital von rund einer Million Euro aus (Seed Investment).

Mittels Multicopter (Drohne) sollen Photovoltaikanlagen auf Dächern aus der Luft auf Mängel gecheckt werden. Denn laut ucair sollen mehr als 80 Prozent der in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen Mängel aufweisen. Dazu stützt sich ucair auf Studien und Umfragen von Photovoltaik-Sachverständigen. Wir halten diese Aussage für sehr fragwürdig. Keineswegs weisen 80 Prozent der deutschen PV-Anlagen derartige Mängel auf, dass dies unter allen Umständen Auswirkungen auf den Ertrag und somit auf die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage hat.

ucair-Gründer Christian Shuster hat eine klare Vision. Er möchte, dass kein Sonnenstrahl wegen defekter Solarzellen vergeudet werden soll. „Um dies zu erreichen, nutzen wir ein Netzwerk von über 40 Drohnenpiloten in ganz Deutschland, die mit Thermografie-Drohnen Aufnahmen der PV-Anlagen unserer Kunden erstellen“, so Shuster.

Zwar sind Thermografieaufnahmen in der Solarbranche nichts neues, jedoch sind die Kosten auf Grund des Einsatzes von Drohnen erheblich günstiger, als noch vor der Zeit ohne Drohnen. Die ermittelten Thermografie-Daten leiten die Drohnen-Piloten direkt im Anschluss zur Analyse an das Unternehmen ucair weiter. In der teilautomatisierten Auswertung durch Experten werden Schäden an Solarzellen und Solarmodulen oder gar Komplettausfälle von einzelnen Bauteilen durch Temperaturunterschiede sichtbar.

„Der Kunde erhält auf Basis dieser Auswertung einen detaillierten Bericht sowie Empfehlungen von uns, welche Reparaturen erforderlich sind, um einen maximalen Ertrag zu erreichen“, erklärt ucair-Mitgründer Marian Krüger. Seit dem Projektstart im August 2016 hat ucair bereits Solaranlagen mit einer Kapazität von 25 Megawatt inspiziert. Nach Unternehmensangaben konnten die Kunden ihren Ertrag jährlich um mehr als 90.000 Euro steigern. Weitere Anlagen mit einer Kapazität von nahezu 30 MW werden in den nächsten Wochen beflogen.

In der oberen Chefetage bei innogy glaubt man fest an den Erfolg von ucair. Vergleichbar mit Anbietern anderer Branchen setzt ucair auf das Plattform-Modell und vermittelt die Inspektionsleistung ohne selbst eine Drohne zu besitzen. Allerdings verfügt ucair über eine eigene Datenanalyse im Haus und unterscheidet sich so von reinen Marktplatz-Lösungen, die lediglich Dienstleister vermitteln. Nach erfolgreicher Entwicklungsphase startet ucair nun mit einem Startkapital  in Höhe von einer Million Euro von innogy als eigenständiges Unternehmen in sein erstes Geschäftsjahr.

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