Drohnen im Kampf gegen illegalen Cocapflanzen-Anbau

Laut UN-Drogenbericht ist der weltweit größte Kokain-Produzent Kolumbien. Die Droge wird aus den Blättern Cocapflanze gewonnen. Glaubt man den Schätzungen der amerikanischen Anti-Drogen-Behörde, dann beträgt die jährliche Produktion über 700 Tonnen. Die Anbauflächen für Cocapflanzen vergrößerten sich in den vergangenen Jahren in rasantem Tempo; zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf die fast vergleichbare Größe der spanischen Ferieninsel Teneriffa. US-Behörden gehen von einer noch größeren Fläche aus. Der Grund: Mit der Anzucht der Cocasträucher erzielen die heimischen Bauern höhere Gewinne als mit dem traditionellen Anbau von Kaffee oder Kakao.

Aktuell geht die kolumbianische Regierung neue Wege im Kampf gegen den illegalen Anbau der Cocapflanze. Für dessen Vernichtung in dem südamerikanischen Land das Militär und die Polizei zuständig ist. Sie will die Kokainplantagen zukünftig aus der Luft bekämpfen. Dafür sollen spezielle Drohnen eingesetzt werden, die auch in hügeligen und schwer zugänglichen Anbaugebieten problemlos eingesetzt werden können. So soll über den Anbaufeldern das Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat versprüht werden, die die Coca-Pflanzen schnell abtötet.

Ganz neu ist die Idee nicht, denn bereits 2015 setzte die Regierung Flugzeuge mit Besprühungseinrichtungen ein. Nach heftigen Protesten der ansässigen Bauern und aus Gründen des zu hohen Gesundheits- und Umweltrisikos verbot das kolumbianische Verfassungsgericht den Flugzeugeinsatz mit dem giftigen Pflanzen-Vernichtungsmittel.

Durch die Weiterentwicklung der ferngesteuerten Flugdrohnen lassen sich nunmehr die Pestizide bodennah und aus ganz geringer Flughöhe auf die Pflanzen versprühen. Ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Kleinflugzeugen. Durch den Einsatz der viel kleineren Vier-Propeller-Drohnen seien die Gefahren für Umwelt und Bevölkerung überschaubar, sagte der scheidende Präsident Juan Manuel Santos, der nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht wieder kandidieren darf.

Ein weiterer Vorteil der Flugdrohnen sei es, das Bodentruppen, die bis dato mit Rückentanks in den Plantagen unterwegs waren, zukünftig weniger Gefahren und Risiken ausgesetzt sind. In Kolumbien ist es durchaus üblich, dass Anbauplantagen vermint werden.

Mit der Vernichtung der Coca-Felder will die kolumbianische Regierung den Bauern zukünftig auch weitere Anreize bieten, damit statt Coca-Pflanzen nur noch legale Nutzpflanzen angebaut werden.

Noch in diesem Jahr wollen die kolumbianischen Sicherheitsbehörden Coca-Anbauflächen in der Größe von 1.100 Quadratkilometern vernichten, das entspricht ungefähr einer Fläche die fast halb so groß ist wie das Saarland.

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